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MAZ-Artikel über Beatrice und das Sportzimmer

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Beatrice Maager will Menschen in Bewegung bringen. Und sie will, dass die Menschen in den ländlichen Regionen qualitativ genauso gut altern können, wie jene in der Stadt. Dabei unterstützen will die 36-Jährige sie mit ihrem Sportzimmer. Denn um sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, braucht es nach Aussage der Sporttherapeutin nicht viel.


Frau Maager, wir alle haben schon Bekanntschaft mit dem inneren Schweinehund gemacht, dem wohl größten Feind unserer Motivation. Die ist aber nicht unerheblich, wenn es um sportliche Betätigung geht. Wie schafft man es also, sich zu motivieren - wie machen Sie das mit Ihren Klienten?


Beatrice Maager: Man muss verstehen, dass man das Ganze nicht für uns als Trainer macht, sondern ganz allein für sich. Dass man sich und seinem Körper damit was Gutes tut. Daraus, sowie aus den vielen positiven Effekten, entsteht dann hoffentlich ganz viel Motivation.


Sie schreiben auf Ihrer Internetseite, dass man eigentlich nur einen geeigneten Raum, eine Idee und wenige Geräte braucht, um Sport zu machen. Reichen also kleine Hanteln oder gefüllte Wasserflaschen, die ich als Hantel nutze, aus?


Beispielsweise, ja. Dabei ist man immer eingeladen zu überlegen: Was will ich machen? Und auch: Wer ist die Zielgruppe? Nehmen wir Oma und Opa. Für die wäre es schon super, die 0,5- oder 0,75-Liter Wasserflaschen 15 Mal in jede Richtung - also nach vorne und zu den Seiten - zu heben. Und so in Form von einer Hocker- oder Sitzgymnastik was zu tun. Wenn eher ein Klientel kommt wie meine Eltern, beide fast 60 Jahre alt, da darf man schon mal überlegen, ob das mit den Wasserflaschen noch ausreicht - oder ob man als Kleingerät eher die Aufsteckhanteln wählt. Mit Blick auf den gewünschten Trainingseffekt ist die Wahl der Geräte also auch immer sehr abhängig von der Zielgruppe.


Stellen wir uns jetzt mal zwei klassische Alltagssituationen vor. Jemand sitzt den ganzen Tag im Büro, möchte aber - wie Sie es sagen - zwischendurch etwas für sich tun. Oder man ist den ganzen Tag zu Hause und sucht sich ein Zeitfenster zwischen Kinderbetreuung und Haushalt. Welche Tipps geben Sie mir?


Am Arbeitsplatz würde es zum Beispiel schon ganz viel helfen, dass ich meine Sitz- oder Stehposition verändere. Also großes Ziel sollte es sein, einen Sitz-Steh-Schreibtisch zu haben. Und wenn ich den nicht habe, dann zu überlegen: Welche Aufgaben kann ich nur im Sitzen erledigen? Und für welche - Unterlagen sortieren - kann ich mir eine nächste Ebene bauen, damit ich immer wieder in den Stand komme? Im Stand verbrenne ich fast ein Drittel mehr Kalorien als im Sitzen.


Trotzdem sind sitzende Tätigkeiten bei den meisten Bürojobs noch die Regel.


Hier wirkt beispielsweise ein etwas platteres, luftgefülltes Kissen auf dem Stuhl unterstützend. Damit ich im Beckenbereich beweglicher bin und dementsprechend dort nicht so fest werde. Ganz viel kann auch über die Sitzposition geändert werden. Das ist etwas, das noch oft unterschätzt wird. Was allein an Körperspannung passiert, wenn ich mich einfach bewusst positioniere - auch während der Hausarbeit. Sich beim Kochen oder Wäsche aufhängen aufzurichten. Das hört sich für viele immer noch fremd an, macht aber ganz viel mit dem Körper.


Stichwort „viel“: Wie viel Bewegung ist denn notwendig für erste Erfolge?


Das fängt schon bei zehn bis 15 Minuten an, in denen man sich drei oder vier Übungen aussucht, die einem Spaß machen. Ich gehe mal von unten nach oben durch: Kniebeuge, Seitheben mit den Armen und eine Bankstellung wie beim Liegestütz. Dann hätte man einmal die unteren Extremitäten, die oberen Extremitäten mit der Schulter und die Bankstellung für die komplette Körpermitte. Wenn ich dieses sogenannte Minimalprogramm aber jeden Tag oder jeden zweiten Tag mache, habe ich einen super Trainingseffekt. Insgesamt braucht es etwa sechs bis acht Wochen, um erste spürbare und dann auch sichtbare Effekte zu erzielen.

Wir haben den Fokus jetzt sehr auf die Erwachsenen gelegt. Sie arbeiten aber in vielen Kursen auch mit Kindern. Wie kann man schon die Kleinsten an Bewegung heranführen und - auch hier wieder - motivieren?


Da geht es ebenfalls darum, Ziele zu stecken. An Grundlagen wie Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit zu arbeiten. Idealerweise beginnt das schon mit tollem Kindersport - und es geht auch hier wieder darum, Spaß zu haben, gerne dorthin zu kommen. Erst im Alter ab acht bis zehn Jahren beginnt man dann, spezifische Sportarten zu entwickeln. Nur die allgemeinen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erlernen die Kinder vorher.



Info:


Beatrice Maager hat an der Universität Potsdam ihren Bachelor im Fach Sporttherapie und Prävention gemacht.


Die 36-Jährige stammt aus Niemegk und plant derzeit ihre Rückkehr in die alte Heimat.


Ihr Sportzimmer - das einen zweiten Standort in Potsdam hat - soll im ehemaligen Trend-Kaufhaus in der Großstraße entstehen.


Beatrice Maager unterstützt schon jetzt kleinere Projekte in der Stadt und leitet außerdem Schwimmkurse im Freibad.


www.sportzimmer.de

Herzliche Grüße, Ihr Team vom Sportzimmer Potsdam & Niemgk




 
 
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